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Zuerst fahre ich ins Appenzellerland, so zu sagen zum Aufwärmen. Dann
geht es von Schönengrund zum Hemberg und über den Ricken in die March.
Über Zug und das Seetal erreiche ich die A1. Kurz vor Basthal hat es
einen Stau. Balsthal, das Tor zum Jura!
Ich verlasse die Bahn und suche den Weg über den Passwang ins
Laufental. Die Strasse ist gut und griffig und es hat nur wenig Verkehr.
Ich geniesse Kurven und weite Bögen und folge dem Navi Bisher war es
immer in Richtung Pruntrut eingestellt. An einer Tankstelle kurz hinter
Laufen mache ich Pause, fülle Benzin nach und studiere die Karte.
Nun programmiere ich um. Das neue Ziel ist Belfort in Frankreich. Ich
folge der Grenze und quere sie immer wieder, bis ich schliesslich kurz
hinter Bonfol die Schweiz verlasse.
die Gegen wird sofort offen, die Höhen des Jura liegen hinter mir. Die
Franzosen lassen höhere Geschwindigkeiten zu und das tun auch die
Strassen. In der menschenleeren Gegend lauren offensichtlich auf keine
Radarfallen. Nur in den Dörfern ist ab und zu ein "Speedy" oder es sind
Schwellen eingebaut, die dafür sorgen, dass das Tempo eingehalten wird.
Erst um Belfort nimmt der Verkehr wieder zu und vor den Lichtsignalen
bilden sich Kolonnen. Die Stadt lasse ich links liegen; an einem
Kreisel weist ein Wegweiser Richtung "Ballon d'Alsace"^.
Ich habe schon davon gehört und will mir das nun anschauen. Der Verkehr
nimmt ab, die Geschwindigkeit zu. Die Strasse führt durch Wälder und
Dörfer und gewinnt langsam an Höhe. Die Kurven machen Spass. Sie sind
gut ausgebaut, alle Leitplanken haben auch einen Unterfahrschutz für
Motorradfahrer. Kein Wunder, das ist Bikerland.
Am Strassenrand liegen noch Schneeresten. Auf den letzten paar Metern
öffnet sich die Landschaft, der Wald bleibt hinter mir und vor mir sind
nur noch Alpweiden. Die Skilifte der Region warten auf Schnee, es sind
kaum Touristen unterwegs. Die Landschaft ist braun, offensichtlich ist
der Schnee erst wenige Tage fort.
Hinter dem Pass führt der Weg nach St. Maurice sur Moselle im
Quellgebiet der Mosel. Ich halte mich nach links und finde so den Col de
Bussang. Die Strasse ist breit und die wenigen Kurven sehr gut
ausgebaut. Anschliessend geht es durch das Vallée de la Thur bis
nach Thann. Ich suche den Aufstieg zum Route de Crêtes, verpasse ihn
aber. In Cerny ist angeschrieben, dass die Route gesperrt ist.
Irgendwo fine ich einen Schleichweg, der mich durch einen einsamen Wald
auf guter Strasse immer höher führt. Ich erwarte jeden Moment, dass die
Strasse fertig ist. Ich habe bereits zwei Fahrverbote ignoriert. Der Weg
windet sich immer höher. Er ist kaum breiter als ein Feldweg aber sehr
schön geteert. Das Navi zeigt mir schon lange nur noch ein einsames
Motorrad abseits von Strassen an. Ab und zu zeigt sich der gelbe Strich
der Route des Crête am oberen Bildrand.
Es fängt an zu dämmern und ich bin immer noch auf der verbotenen Strasse
im einsamen Wald. Nach einer weitere Kurve bin ich auf dem Weg zum Grand
Ballon. Jetzt, wo ich wieder auf der richtigen Strasse bin fühle ich
mich wieder wohl und lasse mein Bike laufen. Schon nach wenigen Kurven
stehe ich beim Berghaus vor einer geschlossenen Schranke: der Weg zum
Col de la Schlucht hat Wintersperre.
Also wenden, wieder den Abstieg machen. Ich wähle einen anderen Weg,
halte mich immer eher links und nach dem Queren eines kleinen Dorfes bin
ich wieder im Wald, der Weg wird immer schlechter, der Belag fehlt, da
wende ich wieder.
Der Abstieg führt wieder ins Vallèe de la Thur. Ich will über "Le
Markstein". In einem Dorf finde ich eine Tafel mit den Informationen zu
den Pässen. Fast alle haben noch Wintersperre, obwohl auch auf den
Hügeln kaum mehr Schnee liegt. Also wende ich wieder. Nun bin ich müde,
suche eine Tankstelle und ein Hotel. Die erste Tankstelle, gibt mir
kommentarlos meine Kreditkarte zurück. Es gibt also kein Benzin. So
suche ich die nächste Zapfsäule. Das Navi zeigt die nahem Tankstelle
alle hinter mir an. Ich will aber vorwärts. Endlich bei einem
Einkaufszentrum finde ich das Gewünschte. Nun fehlt nur noch das Hotel.
"Le Château" erweist sich als zu Nobel für meinen Geldbeutel. Das Navi
weist mich zum "Demi Lune" in Issenheim. Nun nach fast 10 Stunden fahrt
und fast 50 km mache ich Feierabend. Das Hotel ist zu empfehlen, nach
einem typischen Elsässer Nachtessen sinke ich ins Bett.
Am anderen Morgen quere ich auf Nebenstrassen das Rheintal und fahre
Richtung Schwarzwald. Der Weg führt über einsame Strassen durch die
weite Ebene. Ab und zu kommt ein Dorf. Irgendwann führ den Weg über eine
Brücke, die den Canal du Rhône au Rhin überquert.
Bei Fessenheim fahre ich über den Rhein. Zuerst kommt ein grossen
Kraftwerk der EdF, dann folgt die Schleuse für die grossen Rheinschiffe
und schliesslich ein alter Rheinarm, der die Grenze markiert. Die
Brücken sind nicht für den grossen Verkehr. Die erste führt unmittelbar
am Kraftwerk vorbei, die nächste ist an der Schleuse und die Dritte ist
nur einspurig befahrbar. Zöllner findet man nicht.
Es regnet leicht und ich montiere den Regenschutz, So sieht man mich
auch besser. An der Schleuse verweile ich einen Moment und schaue den
Schiffen zu, die durchfahren.
Kaum auf der deutschen Seite fahre ich über die Rheintal-Autobahn. Ich
lasse den Verkehr hinter mir und es geht durch kleine Dörfer und offene
Landschaften weiter. Irgendwo sind die Spargel-Bauern intensiv an der
Arbeit, obwohl es Sonntag ist. mit sechs, sieben Traktoren werden
die Furchen für den Spargelanbau präpariert und mit Plastik zugedeckt.
Offensichtlich wird es Frühling. Das Thermometer zeigt zwar erst 10°
aber in der Landschaft wird es langsam grün. Überall sind die
ersten Blumen am blühen.
Nun schälen sich langsam die Höhen des Hohen Schwarzwalds aus dem Dunst.
auf den Gipfeln liegt Schnee. von Staufen aus schlängelt sich die
Strasse durch das Münstertal. Lange Zeit ist nur 50 erlaubt. Es als die
Steigung beginnt, sind grössere Geschwindigkeiten erlaubt. Zur
Aufmunterung steht an der Strasse die Statistik der schweren
Verkehrsunfälle mit Bikern. Die Strasse steigt mit vielen weiten Kurven
und schlängelt sich den Berg hoch. Bei der Kälte ist Vorsicht angesagt.
Es hat nur noch 6-8 ° und die Strasse hat durch die Kälte gelitten.
Immer wieder warnen entsprechende Tafeln. Dennoch geht es zügig auf die
Höhe bis nach Todtnau. Die wenigen Autos die unterwegs sind, überhole
ich und lasse sie rasch hinter mir. Am Strassenrand liegen
Schneeresten. Auf der Passhöhe des Belchen stehen die Skilifte still.
Auch hier scheint der Winter vorbei zu sein. Nun bekomme ich langsam
genug und suche den Heimweg. Es sind immer noch gut 100 km vor mir. Es
hat also noch Kurven. Am Horizont sieht man ab und zu die Berge der
Alpen. Der Föhn schiebt die Wolken in meine Richtung und die Alpen
liegen in der Sonne.
Hinter St. Blasien werden die Strassen sehr breit und die Kurven weit.
Mit 100 km/h fliesst das Bisschen Verkehr durch die Landschaft. Ab und
zu weitet sich die Landschaft und man sieht zu den Alpen oder an den
Schluchsee. Bald verlasse ich diese Strasse und wende mich schmaleren
Wegen zu. Über weite Höhen und ab und zu durch ein Tobel folge ich dem
Weg nach Bonndorf. Von hier beginnt der Abstieg ins Tal der Wutach. In
Stühlingen mache ich Mittagsrast und fahre dann über Hallau und
Schaffausen nach Hause. Es macht immer mehr zu und ich bin froh, dass
ich trotzdem trocken daheim ankomme. Für die ca. 250 km habe ich rund 4
Stunden gebraucht.
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