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Tour über das Stilfserjoch 23. August 2009 |
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Erst gegen 8.30 Uhr starten wir in Müllheim. Ich habe meinen Sohn Michael als Passagier auf meinem Motorrad, Ali fährt allein auf seiner R1. Bis nach Diepoldsau fahren wir auf der kürzesten Strecke, dort tanken wir, besorgen unser Pickerl und wechseln die Autobahn. Auf der österreichischen Seite fahren wir bis Bludenz und verlassen dann die Autobahn Richtung Montafon. Dort wird die Strasse wieder etwas kurzweiliger. Leider ist die Geschwindigkeit auch ausserorts auf langer Strecke mit 60 km/h begrenzt. Kurz hinter Partenen beginnt die eigentliche Passstrasse. Bevor es jedoch richtig los geht, ist die Maut von € 10.50 fällig, Dann geht es über zahllose Kurven Richtung Bieler Höhe. Die Maut ist jeden Cent wert. Wir sind begeistert: der Verkehr hält sich in Grenzen, die Kühe stehen meist auf der Weide und die Velofahrer fahren vorwiegend rechts. Die Kurven machen Spass. Auf halber Höhe halten wir an und geniessen eine Kurze Pause. Bald kommen wir an den ersten Stausee und nach kurzer Zeit erreichen wir den 2. Stausee auf der Passhöhe. Hier machen wir das erste Mal richtig Rast, nehmen ein Kaffee und schauen auf den Stausee, auf dem auch Bootsfahren angeboten werden. Ueber dem See leuchten die Gletscher. Nebel hinterlassen einen herbstilichen Eindruck. Die andere Seite des Passes hat weniger Kurven. Zügig geht es nach Ischgl. Eindrücklich sind die Lawinen-Verbauungen in den Dörfern des Tales. Kurz nach Ischgl machen wir Mittagsrast. Obwohl es schon Mittag ist, entschliessen wir uns, über das Stilfserjoch zu fahren. Dementsprechend kurz ist unsere Mittagspause. In Landeck halten wir uns rechts und fahren wieder Talaufwärts bis die Strasse zum Reschenpass kurz nach Pfunds abzweigt. Bis hierher hat es recht viel Verkehr. Vor allem die Wohnwagen machen das Vorankommen etwas mühsam. Ueber Nauders zieht sich der Weg an die italienische Grenze. Die nicht mehr verwendeten Zollgebäude markieren den Wechsel des Landes. Auf dem Reschenpass halten wir noch einmal kurz nach dem Dorf Reschen an. Später zieht sich die sehr gut ausgebaute Strasse dem See entlang und dann folgt der Abstieg über bestens ausgebaute und breite Kurven nach Mals. Wir durchqueren das Dorf in Richtung Prato und Trafoi. Das Dorf ist direkt unter dem Ortler gelegen und über dem Dorf hängen die Gletscher. Die Trasse aufs Stilfserjoch beginnt jetzt richtig zu steigen. Die erste Kehre ist noch in Trafoi. Und dann windet sich die schmale Strasse Kehre um Kehre auf über 2700 m.ü.M. bis aufs Joch. Bis wir oben sind haben wir über 40 enge Serpentinen hinter uns. Es ist bereits 16.30 Uhr. Wir Rasten ein letztes Mal uns teilen uns gegenseitig unsere Begeisterung mit. Nun beginnt der Heimweg. Bis Müllheim sind es noch 300 km. Wir haben noch Umbrail-, Ofen- Flüela- und Wolfgang-Pass vor uns. Das kurze Stück Naturstrasse am Umbrail bremst uns nur wenig. Nach den engen Bögen des Abstiegs erreichen wir Sta. Maria und sind froh, dass die Tankstelle gleich am Dorfende ist. Weit wären wir nicht mehr gekommen. Im Aufstieg zum Ofenpass geniessen wir die weiten Bögen auf der gut ausgebauten Strasse. Die Kurven lassen sich schön und gleichmässig ziehen. Die Engadinerseite ist ebenso gut ausgebaut. Die Baustelle, die noch vor ein paar Wochen mit einen Lichtsignal geregelt war ist wieder offen und die Strasse fast überall perfekt. Die paar Autos denen wir begegnen lassen wir schnell hinter uns. Ueber den Flüela geben wir noch einmal Gas. Nach den engen Bögen sind wir mit dem Motorrad im Vorteil und können die Autos überholen. Auf der Davoserseite fährt Ali voraus und ist bald entschwunden. In Klosters halten wir kurz an. Offensichtlich hat er den Weg nicht gefunden, denn nun ist er hinter uns und überholt ein zweites Mal. Kurz nach Klosters fängt der Hintern an zu schmerzen. Auch mein Passagier sitzt immer unruhiger. In Landquart geht es wieder auf die Autobahn. Jedoch verlassen wir diese bereits in Buchs wieder und fahren nach Grabs und Gams. Dort beginnt der letzte Aufstieg von heute. Wir geniessen die Bögen im Aufstieg nach Wildhaus und lassen uns dann im Verkehr das ganze Toggenburg hinunter treiben. Wie schon der ganze Tag ist auch der Abend herrlich. Die Sonne blendet uns zwar jetzt aber der Sonnenuntergang entschädigt uns dafür. In Bütschwil trennen wir uns. Ich bringe Michael nach Mosnang, Ali fährt direkt nach Hause. Die letzten Meter auf dem Heimweg ist es schon fast dunkel. Wie ich heimkomme, bin ich froh, vom Bock zu steigen. Noch im Bett vibrieren und surren die Hände.
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