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30. Juli – 1. August 2010 Samstag
Das Wetter ist bedeckt und es sieht nach Regen
aus, trotzdem fahren wir gegen 11 Uhr Richtung Bündnerland los. Es
geht über das Zürcher Oberland nach Uznach und dann auf die
Autobahn, dem Walensee entlang. Auf der Raststätte in Murg machen
wir eine erste kurze Pause. In Sargans stockt der Verkehr auf der
Autobahn und wir fahren über Land bis Landquart. Dann folgen wir
wieder für ein paar Kilometer der A13. Nun regnet es leicht. Wir
lassen uns nicht stören. Nach Chur geht es wieder auf die
Hauptstrasse. In Reichenau holpern wir auf dem Kopfsteinpflaster
durch den hübschen historischen Dorfkern und suchen den Weg nach
Bonaduz.
Hier zweigt die Strasse durch die Rheinschlucht
ab. Nach einer langen Geraden öffnet sich der Blick in die Schlucht
spektakulär. Hier ist eine kleine Kanzel die einen noch besseren
Blick auf den Fluss. wir folgen den schmalen gewunden Strasse,
überqueren einen Bergbach und steigen bald auf nach Versam. Es
folgen noch ein, zwei weitere hübsche alte Dörfer und dann öffnet
sich die enge Schlucht und wir erreichen Ilanz.
Wir zweigen nach links ab und folgen der
Strasse nach Obersaxen. Rasch steigen wir über den Talboden und
geniessen die Aussicht ins Bündner Oberland. Auch hier queren wir
einige kleine Dörfer und folgen schliesslich einer kurvenreichen
Strasse ins Tal. Bei Trun erreichen wir wieder die Hauptstrasse
durchs Sursilvan. In einem der Dörfer machen wir wieder eine Pause
und essen eine Kleinigkeit. Nun sind auch die anderen Biker
unterwegs. Einer nach dem andren fährt an der Beiz vorbei nach
Diesentis und zum Oberalppass. Bald folgen wir der Kolonne bis
Disentis.
Hier geht es wieder links ins Val Medel und auf
den Lukmanierpass. Zuerst geht es durch die enge Schlucht des
Medelser Rheins, dann weitet sich das Tal und an der Strasse sind
einige kleine Dörfer. Bei einigen Alphütten an der Strasse queren
wir einen kleinen Seitenbach mit ausgeschliffenen Steinen und
kleinen Wasserfällen. Wir machen einen Fotohalt und geniessen den
Sonnenschein und den quirligen Bach mit seinen Wasserspielen,
Katarakten, Seitenarmen und Teichen. Ruhige Stellen wechseln sich
mit kleinen Fällen ab. Ein kleines Paradies.
Auf dem Weg zur Passhöhe begegnen wir einer
Ziegenherde. Die neugierigen Tiere stehen auf der Strasse und lassen
den Verkehr an sich vorbei ziehen. Bald erreichen wir die Galerie,
die zum Hospiz führt und den Kulminationspunkt. Über eine weite
Ebene beginnt der Weg auf die Südseite. Bald folgen Galerien, Kurven
und die ersten Dörfer des Bleniotales. In Acquarossa haben wir
Zimmer im Hotel Rubino gebucht. Das Hotel hat zwar eine Tafel an der
Strasse, ist aber dennoch nicht einfach zu finden. Ueber eine
Naturstrasse zuunterst im Dorf erreichen wir unser Nachtquartier. Vor den Nachtessen machen wir eine kurze Pause mit Nickerchen und dann einen Rundgang durch das Dorf. Wir spüren bereits den Süden, das Dorf liegt auf gut 500 m.ü.M. Es gibt Palmen und die ganze Vegetation ist typisch für den Tessin. Alte Steinhäuser wechseln mit gediegenen Villen ab. An die frühere Bahnlinie erinnert das Restaurant Stazione.
Heute wollen wir früher losfahren als gestern.
Nach dem Frühstück sitzen wir schon um 9 Uhr auf dem Töff und
verlassen das Dorf. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Ausgang des
Blenio-Tales bei Biasca. Wir folgen weiter der Hauptstrasse und
erleben die kleine Dörfer und grossen Steinbrüche der Levantina. Vor
Bellinzona fahren wir für ein paar Kilometer auf die Autobahn, dann
fahren wir durch die Magadino-Ebene an den Lago Maggiore. Wir folgen
dem Südufer des Sees bis an die Grenze zu Italien und darüber
hinaus. Links steigt der Wald rasch an. Ab und zu zeigt ein
Wegweiser in die Bergdörfer. Am See sind die Fischerdörfer. Vor
einem Tunnel verlassen wir die Hauptstrasse und folgen der alten
Strasse dem See entlang. Hier machen wir eine kurze Rast und
geniessen die Aussicht auf den See und die Berge.
In Luino ist Markt. Die Strassen sind verstopft
und die Parkplätze gut besetzt. Wir finden einen Parkplatz,
schlendern durch den Markt und trinken etwas in einem der
zahlreichen Kaffees. Nach der Rast folgen wir weiter der Seestrasse
bis Laveno. Hier nehmen wir die Fähre nach Verbania auf der
Nordseite des Lago Maggiore. Es ist umständlicher als gewohnt. Bevor
wir auf die Fähre fahren, müssen wir ein Ticket lösen. Weil wir spät
dran sind, darf ich auf die Fähre, bevor wir das Ticket haben.
Mariann löst das Billet und ich werde nervös, weil die Fähre
abfahrbereit ist, aber meine Beifahrerin noch am Schalter steht.
Schliesslich ist alles beisammen und die Fähre legt ab. Sie hat zwei
Autodecks, es ist jedoch nur eines besetzt. Nach einer halben Stunde
legen wir in Verbania an und verlassen das Schiff wieder. Unser Weg
führt uns zurück in Richtung Locarno. In Cannero-Riviera verlassen
wir die Hauptstrasse und fahren hinunter zum Hafen. In einem
Restaurant unmittelbar am See machen wir Mittagspause. Das Essen ist
fantastisch (auch die Preise) und die Pause tut gut. Anschliessend queren wir das Dorf, folgenden vielen Einbahnstrasse und erreichen schliesslich über steile Strassen wieder die Hauptstrasse, der wir bis Cannobbio folgen.
Hier verlassen wir die Seestrasse und fahren
durch das wilde Valle Cannobbio. Die Strasse windet sich hoch über
schmale und enge Schluchten an kleinen Dörfern vorbei in die Berge.
Es ist die abwechslungsreichste und spannendste Strassen unseres
Ausflugs. Die Strassen sind schmal und bei jedem Bogen ist mit einem
Auto zu rechnen, mit dem das Kreuzen schwierig wird. Italienische
Biker, die die Strecke kennen, überholen und verschwinden rasch
hinter der nächsten Kurve. Nun öffnet sich die Aussicht, die Strasse
wird breiter. Das Dorf Finiero überrascht mit einer „Tornante“ am
Dorfplatz dann erreichen wir die Passhöhe bei Monte Castello. Die
Strasse wird etwas breiter und es geht mit einigen Haarnadelkurven
steil abwärts. Schon bald erreichen wir Malesco in Val Vigezzo.
Der Sprit geht zu Neige und wir halten an einer
Tankstelle. Fr 10 Euro Tanken wir genug, dass es bis ins Wallis
reicht. Die Fahrt hinunter ins Valle Dossola ist zügig und bald
erreichen wir die Schnellstrasse, die uns zum Simplon führt.
Zwischen Iselle und Gondo ist Niemandsland: die italienische
Grenzabfertigung haben wir hinter uns, die Schweizer kontrollieren
erst in Gondo. Hier ist das Tal wieder eng, den Himmel sieht man
nur, mit dem Kopf im Nacken. Die Spuren des zerstörerischen
Unwetters vom Herbst 2000 sind beseitigt, nur die neuen Häuser und
eine Tafel mit einer Inschrift zeugen noch davon. Nach einer kurzen
Rast verlassen wir das Dorf und fahren auf der bestens ausgebauten
Strasse zur Passhöhe des Simplons. An der Passstrasse wird repariert
und es hat mehrere grosse Baustellen mit längeren Wartezeiten. Beim
Hospitz ist „Chilbi“. Alle Touristen steigen aus ihren Autos und
Bussen und von den Bikes, machen Rast, Fotos und bewundern die
Aussicht.
Etwas weiter vorn, steht der Riesenadler, der die
Postkarten vom Simplon prägt. Dann folgt eine Baustelle, eine enorm
lange Galerie und dann die Ganterbrücke, die das Tal überspannt. wir
folgen der alten Strasse, die unter der Brücke das Tal quert und
sehen so die riesigen Ausmasse des Bauwerks. Dann kommen wir wieder
auf die gut ausgebaute Schnellstrasse und erreichen rasch Brig. wir
folgen den Wegweisern ins Oberwallis, kommen an der Verladestation
für den Autotransport und am Eingang des Eisenbahntunnels vorbei und
sind bald aus der kleinen Stadt. Wir folgen dem Tal, erreichen Fiesch und steigen bis ins Goms. Bald folgt der Wegweiser, der uns nach Bellwald, hoch über dem Tal weist. Nach einigen kurven steigt die Strasse rasch im Wald hoch zu den ersten Weiler der Gemeinde. Im Dorf folgen wir der Hauptstrasse, bis wir gleich bei der Kirche unser Hotel, das „Wannenhorn“ erreichen. Wir machen uns etwas frisch und verlassen das Hotel zu einem Rundgang und zum Nachtessen. Montag Der Tag beginnt strahlend schön und von weitem leuchtet das Weisshorn. Hinter der Kirche glänzen ebenfalls die Schneeberge. Das Morgenessen nehmen wir auf der Terrasse des Hotels ein. Erst um 10 Uhr verlassen wir das Hotel und fahren ins Tal hinunter. Es hat schon einigen Verkehr und wir folgen gemütlich der Kolonne. Wir halten rasch zum Tanken und fahren dann weiter durch das Goms.
Nach Oberwald beginnt die Steigung zu Grimsel
und Furka. Rasch gewinnen wir an Höhe und schon bald erreichen wir
Gletsch und die Abzweigung zur Grimsel. Auf der Passhöhe bewundern
wir die Aussicht und die Töffausstellung. Wir nützen die Gelegenheit
und fahren noch hinauf zum Oberaargletscher. Die Strasse ist zur
vollen Stunde für 10 Minuten offen; zur halben Stunde geht es dann
wieder zurück. Die schmale Strasse schlängelt sich hoch über dem
Unteraarsee den Felsen entlang und gewinnt rasch an Höhe. Die
Aussicht ist sagenhaft. wir sehen die ganzen 4000er des Berner
Oberlands gekrönt vom Finsteraarhorn und die Gletscher. Im Rücken
liegen die Urner Schneeberge mit dem Dammastock und anderen Gipfeln.
Wir spazieren auf der Staumauer ein paar Schritte und geniessen Ruhe
und Aussicht. Hoch über uns kreisen die Gleitschirmflieger und
suchen Höhe um den Furkapass zu überqueren. Bald fahren wir wieder auf den Grimsel und nehmen die Abfahrt nach Innertkirchen unter die Räder. Bei einem Stand machen wir Rast, kaufen Käse und Brot und trinken etwas. Im Tal wenden wir uns nach rechts und fahren hoch zum Susten. In einem der kleinen Dörfer essen wir eine Käseplatte und stärken uns für den Weg über den Pass. Es sind wieder viele Biker auf der Strasse, zum Teil machen deren Überholmanöver wenig Sinn und sind gefährlich. Wir lassen uns Zeit, halten noch ein Mal und staunen die Berge und Gletscher an. In Wassen wenden uns wir Tal abwärts. Bei Intschi machen wir eine letzte Pause im Schwanen und fahren dann auf kürzestem Weg über die Axenstrasse und den Sattel zur Fähre nach Horgen. Die letzten Kurven gibt es am Pfannenstiel und über die Landstrasse ins Tösstal. |
![]() Rheinschlucht |
![]() Rheinschlucht |
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Val Medel |
Medelser Rhein |
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![]() Acquarossa |
Acquarossa |
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am Lago Maggiore |
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Markt in Luino |
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auf der Fähre nach Verbania |
![]() Verbania |
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Simplon Passhöhe |
Simplon |
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Ganterbrücke |
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Bellwald |
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![]() Oberaarsee |
Strasse zum Oberaarsee |
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Staumauaer auf dem Oberaarsee |
am Susten |